1999 ff. martin hufner, regensburg
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tos de winkel – sasi shalom
long time coming
nyjg CD 0 – EFA CD 05451-2
Das Coverbild paßt nicht so recht zu der Musik. In der Bildcollage
überwiegen die dunklen Töne mit grimmigen Blicken von den Hauptakteuren.
Die Musik des Gitarristen Torsten de Winkel und des Pianisten Sasi Shalom
hingegen ist so sauber gestrickt und beinahe aseptisch zu nennen. Selbst
in dem gewollt verqueren „down there where it counts" überwiegt eine
kalkulierte Schieflage an den Zieltönen von Phrasenenden des Themas. Ja
wäre da nicht Track 7 „once in a blue loom", das Erinnerungen weckte
an die drastischen Filme von Gary Larson. Das liegt vornehmlich an dem
thematischen Einfall, der von Bill Frisell stammen könnte. Von hier aus
fällt auch auf die andere Musik ein anderes Licht, ein schwaches zugegebenermaßen.
Ziel dieser Musik bleibt ein sortierter Wohlklang, der es einem einfach
zu einfach macht. Symptomatisch dafür der Schlußtitel „another kind of
blue" mit der Sängerin Jill Seifers. Mag ja sein, daß dies another
kind of blue ist, aber wenn es das ist, so ist diese Phrase hohl geworden,
blutleer und verzuckert. So evoziert diese Musik eher Gedanken an hochhackige
Pumps und an Frauen mit feinen Fesseln – und das wäre gewiß nicht das
Schlechteste was man über diese CD sagen könnte, wäre nur der Martini
nicht geschüttelt.