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1999 ff. martin hufner, |
Vladimir Karbusicky: Wie Deutsch ist das Abendland.Geschichtliches Sendungsbewußtsein im Spiegel der Musik, 152 S (mit Notenbeisp. und Abb.), Von Bockel Verlag Hamburg, 1995, DM 39,80."Wie deutsch ist das Abendland?" fragt Vladimir Karbusicky kreidet beiden eine deutschzentrierte Auffassung
der Musikgeschichte an. Er schreibt: "Es ist erstaunlich, wie wenig
aufgefallen ist, daß Adorno ... ein starker Nationalist war." Karbusicky
interpretiert die Gegenüberstellung von Strawinsky und Schönberg in Adornos
"Philosophie der neuen Musik" als nationalistisches Erbe. Auf
den Punkt gebracht: Ja, es ist ein Jammer. Karbusicky weint vergeblich auf der Suche nach der wirklichen Identität des musikalischen Universalismus und so wendet er seinen Blick auf seine tschechischen Komponisten, was sein gutes Recht ist. Davon hätten sogar die Leser einiges, wenn nicht sein Haß auf andere immer wieder das Lesen stört. So ist das Buch weder als konstruktiver Beitrag zur Forschung etwas nütze, noch hat es das sprachliche Niveau, das eine Polemik nötig hätte. Karbusicky bekennt sich so zwanghaft zu einem Antidogmatismus, daß ihm alles zwischen den Händen zerrinnt. Wer sich nicht die Mühe machen möchte, die Weltgeschichte in ihrer vielfältigen Verknüpftheit zu durchdringen, der liegt bei der zersplitterten Darstellung Karbusickys allerdings genau richtig. (Martin Hufner) |
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