Archive for January, 2008

30
Jan

Some Notes About: Gesellschaft

Während die aktuellen Wahlen für allerhand auch sprachlich hochinteressante Formulieren sorgt, wie “Es gilt das gebrochene Wort” in der Berliner Zeitung, ist es sonst auch nicht still.

Und während jeder so seine eigene Art im Umgang mit dem Wald hat, gibt es Indizien das hinter dem Wald eine andere Landschaft beginnt. Das Fällen, Pflegen und Katalogisieren beschäftigt alle jedoch so sehr, daß der Wald zur Bühne der ewigen kleinen Dramen gerät.

Internet – ein Wald und seine Bäume |

Es gibt zwei Wege, einen Einschlag zu vermeiden. Zuerst kann man versuchen, das Objekt von der Bahn zu bewegen und es leicht zu schieben. Die andere Methode ist, das Objekt zu zerstören und so insehr kleine Teile zu zerbrechen, so dass diese kleinen Teile von der Atmosphäre selbst verbrannt werden und dann nicht mehr gefährlich sind.

Deutschlandfunk – Forschung Aktuell – Geisterfahrer im All

“Wenn ein Weibchen ein Männchen danach auswählt, was es zu der Aufzucht der Jungen beizutragen hat, dann können sich die Auswahlkriterien mit den Jahren ändern. Wenn es in einer Saison viele Feinde gibt, in der Prärie wären das beispielsweise Schlangen, dann wird sie ein Männchen bevorzugen, das durch sein Gefieder signalisiert, dass es ein Nest gut verteidigen kann. Im nächsten Jahr gibt es vielleicht weniger Schlangen, dafür sind die Nahrungsressourcen knapp. Sie wird sich also nun für ein Männchen entscheiden, das gut darin ist, Futter zu besorgen. Wenn sich also die ökologischen Bedingungen in einer Umgebung ändern, dann wählen die Weibchen eben Männchen, die die gerade erforderlichen Fähigkeiten mitbringen.”

Deutschlandfunk – Forschung Aktuell – Wankelmütige Vögel

26
Jan

Zeitschichtenverschiebung

Es ist häufig so mit Personen. Erst, wenn sie aus dem Leben geschieden sind, n immt man sie sich richtig zur Brust. So, als ob das Leben ein Sperre für die Annäherung darstellt. So geschehen jetzt auch mit Karlheinz Stockhausen.

Einstmals erstand ich die Texte Band 2, den Zeitraum 1951 bis 1963 betreffend. Unter den Texten ein Bericht über eine USA-Reise Ende 1958. Die hat viele detailinteressante Aspekte, aber ein Hinweis macht mich schon richtig Erstaunen. Stockhausen zitiert eine Person, die er dort traf, einen Großfabrikanten C.L.. Der sagte über die “jungen Leute”:

In der Fabrik gibt es kein Autoritätsempfinden und keine Arbeitsmoral mehr. Die jungen Leute, die in den letzten 20 Jahren mit der Psychologie groß gezogen sind (laß jedes Kind machen, was ihm einfällt und sag ihm ja nur nichts), diese Jungen können sich im Berufsleben überhaupt nicht einordnen. Sie sind ohne Selbstdisziplin, können keine Stunde lang konzentriert arbeiten, wechseln die Arbeitsstelle, ohne ‘auf Wiedersehen’ zu sagen, und haben an nichts wirklich Freude. ((Karlheinz Stockhausen, Eindrücke einer Amerikareise, in: ders.: Texte, Band 2, Köln 1988, S. 231))

Man macht sich ja häufig ungenaue Vorstellungen, wann wem welche Idee zuzuschreiben wäre. Wenn ich bei Stockhausen zurückrechne, komme ich auf 1938. Was da vom Großfabrikanten vorgebracht wird ist ja diese Art von “antiautoritärer Erziehung” wie sie im allgemeinen Volksglauben sich festgebissen hat, die aber nur wenig mit etwas wie Summerhill zu tun hat. Nur schreibt man hier eben nicht die Zeit der bösen 60er Jahre mit ihrem Aufbegehren an den Universitäten, sondern die 40er Jahre, die in Deutschland wegen einer gewissen Heterogenität von Erziehungsidealen kaum in einer Klarheit erforscht wurden. Zwischen den Nazi-Idealen und der Re-Education, die dann eigentlich auf diesem Motto mitfußen müsste, wäre ein problematische Spannung.

Man kann natürlich einwenden, dass dies eine spontane Beobachtung des Großfabrikanten ist. Und dass sie sehr übertrieben dargestellt wurde. Doch das fast egal. Dass so ein Phänomen 1958 (subjektiv) festgestellt wurde, macht es aus. Man würde so eine Aussage ganz einfach 1958 nicht erwarten. Jedenfalls nicht so, wie es sich in den Rückblicksdiskursen unserer Gesellschaft darstellt (und wie es beispielsweise eine Eva Herman für sich reklamieren will, ebenso wie zahlreiche Neo-Konservative – denen es übrigens sehr gut ins Konzept passen dürfte, endlich 1933 bis 1945 abschalten zu dürfen angesichts eine Neubetonung des Jahrestages der 68er Zeit. Allerdings steht nicht zu erwarten, dass diese “Aufarbeitung” ernsthaft geschehen wird. Im Gegenteil, es bietet sich die gleich zweifache Chance deutsche Vergangenheit zu entsorgen).